Gesamtkonzept zur Weiterführung der Regionalparkrouten in Hanau

Regionalparkrouten in Hanau
Hanau, die Brüder-Grimm-Stadt an der Mündung der Kinzig in den Main, liegt im Osten des Rhein-Main-Gebiets. Sie ist mit ca. 88.000 Einwohnern größte Stadt innerhalb des Main-Kinzig-Kreises und bildet den Schnittpunkt bedeutender Verkehrswege am Eingang zum Kinzigtal.
Die Stadt Hanau hat ein vielseitiges Netz an Regionalparkrouten innerhalb seines Gebietes festgelegt, das auch Schnittstellen zu Fernradwegen entlang von Main und Kinzig besitzt. Die Routen der Stadt sichern vorhandene Freiflächen und zielen im Rahmen des Konzepts des Regionalparks RheinMain darauf ab, Spaziergängern und Radfahrern neue und verbesserte Erholungsräume anzubieten. Gleichzeitig wird das Rad- und Fußwegenetz im Stadtgebiet und der nahen Umgebung mehrfach aufgewertet. Die vielseitigen landschaftlichen Qualitäten ­werden hervorgehoben. Zudem werden kulturhistorische, floristische, faunistische und künstlerische Identifikationselemente mit der Region geschaffen.

Gesamtkonzept zur Weiterführung der Regionalparkrouten
Bereits 1999 hatte die Stadt Hanau in Zusammenarbeit mit dem damaligen Umlandverband und der Stadt Maintal einen Planungsauftrag „Kon­zeption zur Anbindung und Weiterführung der Regionalparkrouten von Maintal zur Landesgartenschau 2002“ erteilt. Die Planung und Umsetzung setzt sich bisher mit dem Nordwesten Hanaus auseinander und endet räumlich, vom Westen aus gesehen, an der Kinzigmündung. Erste Projekte wurden bereits realisiert, wie die gestalterische Aufwertung von Revisionsschächten in der Mainaue, der Zugang zum Park Wilhelmsbad, eine Spielplatzerweiterung und der Balkon an der Kinzigmündung.

Die Regionalparkrouten in Hanau werden ebenso stark von einheitlichen wie auch von gegensätzlichen Elementen geprägt. Das Spannungsfeld der Themen Industrie und Umwelt ist mit seiner Vielfältigkeit fast überall spürbar. Verbunden werden beide Themen durch den fast ständigen Bezug der Routen zum Wasser. Dessen Einwirken, besonders durch die Flüsse Main und Kinzig, hat - und tut dies noch - die Gegend naturräumlich stark geprägt. Das Erscheinungsbild der Landschaft, ihre Besiedelung und Nutzung wurde beeinflusst. Gleichzeitig ermöglichten die Flüsse die Entwicklung der Stadt zu einem Handels- und Wirtschaftszentrum mit Hafen und Industrie, was vielerorts entlang der Routen wahrzunehmen ist.

Unser Gedanke ist es, mit dem Konzept inhaltliche Zusammenhänge sichtbar zu machen und diese in eine zeitgemäße Naherholungsplanung zu integrieren. Eingebettet in das Grundkonzept des Routennetzwerks ist es das Ziel, Landschaft aufzuwerten und dadurch Identität zu schaffen. Die Auswahl der Orte für Attraktionspunkte entlang der Routen erfolgte unter diesen Gesichtspunkten.

Durch das Anlegen von Sitzobjekten und –treppen am Mainufer („Sitzen am Fluss“ in Großauheim, „Sitzobjekt anlegbar“ am Ufer von Steinheim und Großauheim) wird Wasser erlebbar gemacht. Sie liegen zum Teil nah bei Schiff- und Fähranlegestellen und verweisen gleichzeitig auf den Main als Wasserstraße. Mit dem „Hafenbalkon“ oder dem „Mainwiesensteg“ auf Steinheimer bzw. Klein-Auheimer Mainseite werden Blickachsen auf den gegenüberliegenden Uferbereich geschaffen. Bei der ersten Blickachse sind Hafenaktivitäten zu beobachten und mit der zweiten ist ein schönes Panorama von Groß­auheim und seinen Mainwiesen zu entdecken. Dass sich dort ebenso der historische Leinpfad zum Schiffstreideln befand, wird durch eine Informations­tafel anschaulich gemacht.
Die teils verborgene Geschichte eines Ortesmzu entdecken, wird Besuchern der Regionalparkrouten an einigen Attraktionspunkten ermöglicht. Beispielsweise mit der Freistellung und Besichtigungsmöglichkeit des Historischen Krans am Betriebshafen oder mit einem historischen Stadtplan am Schlossplatz.

Ein Fitnessparcours im nördlichen Uferwiesenbereich Klein-Auheims, nah bei den Sportanlagen, bietet Besuchern des Uferweges Anreize für zusätzliche gesundheitsfördernde Bewegung. Radler, Spaziergänger und Sportaktive jeden Alters können diesen öffentlichen Raum nutzen. Das Freizeit- und Naherholungsangebot der Stadt wird auch hier aufgewertet.

Der Hafen Hanaus verweist auf die Industriegeschichte der Stadt und auf den Transportweg Wasser. Objektinstallationen am Beginn und Ende der Hafenstraße, also an beiden Eingangsbereichen zum Hafengebiet, symbolisieren dies: Die Einrichtung eines Rastplatzes mit großem Anker („Ankerplatz“) in der Nähe des Hafentorbaues sowie ein durchfahrbares großes Kettenglied am anderen Ende der Hafenstraße / Ecke Josef-Bautz-Straße sind geplant.

Die Aufmerksamkeit des Besuchers für die ihn umgebende Tierwelt wird durch augenfällige Tierplastiken geschärft („Vogelformation“ in der Kinzig­aue, der „Wolf“ Nähe Wildpark Alte Fasanerie Klein-Auheim). Mit der „Piepshow“, einem Vogelstimmenlehrpfad beim Umweltzentrum Kinzigaue, und einem Plätzchen am Rande des Auenwaldes Bulau wird er zum Erleben der Natur animiert.

Projekt Gesamtkonzept der Regionalparkrouten in Hanau
Projekttyp Gestaltungskonzept der Flusslandschaft von Main und Kinzig
Bauherr Stadt Hanau und Regionalpark RheinMain GmbH
Realisierung Dezember 2010 – Dezember 2020
Lph 1 – 9
Freifläche In Bearbeitung

 

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